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Pflege

Wie wir das meistern: Edith (91) und Barbara (70)

In unserer Serie „Wie wir das meistern“ zeigen wir die Menschen hinter der Pflege und erzählen ihre Geschichten. Wie zum Beispiel die Geschichte von Barbara Kramp, die sich um ihre bettlägerige Mutter Edith kümmert. Für jemand anderen da zu sein, ist für Barbara keine Arbeit – es erfüllt sie.

„Das war ein Schlüsselerlebnis. Das hat mich geprägt“, blickt Barbara Kramp zurück. Nach dem Tod ihres Vaters hatte sich die Familie gerade in Lübeck versammelt, als Mutter Edith abends in Ohnmacht fiel. Eine Aorta war geplatzt. Es folgten zehn Tage Intensivstation. „Das war ein Schock, aber diese Zeit hat uns auch stärker gemacht“, erzählt Barbara. „Wir haben uns damals gesagt: Die einen brechen zusammen, wir brechen auf!“

Wenn Eltern und Kinder die Rollen tauschen

Etwa ein Vierteljahrhundert später kann Edith Kramp nach mehreren Schlaganfällen ihr Pflegebett nicht mehr verlassen. Die Frau mit Pflegegrad 5 wirkt trotzdem zufrieden, denn ihr Geist funktioniert. Rätsel lösen, Bücher lesen, TV-Dokus schauen – mit großem Eifer verfolgt die 91-Jährige ihre Interessen. Dass sie das kann, hat sie ihrer Tochter zu verdanken. Barbara Kramp hat sich ihre kämpferische Einstellung bewahrt und kümmert sich fast rund um die Uhr um ihre Mutter.

Barbara pflegt ihre 91-jährige Mutter Edith mit Herz und einer bemerkenswerten Einstellung: „Früher waren die Eltern für uns da, jetzt sind wir für sie da“.

Barbara, selbst alleinstehend, ist eine von drei Töchtern von Edith. Jahrzehntelang hatte die 70-Jährige als Fotografin gearbeitet. Großen Zuspruch erhielt Barbara besonders für ihre ehrenamtliche Arbeit mit Teenagern aus schwierigen Verhältnissen. Das Engagement für andere Menschen ist ihre größte Leidenschaft. „Das habe ich wohl von meiner Mutter geerbt“, sagt Barbara.

Auch deshalb war es für sie selbstverständlich zu ihrer Mutter ins Haus zu ziehen, als diese Pflege benötigte: „Ein Heim? Kommt nicht in die Tüte!“, stellt Barbara klar. „Als wir als Kinder Hilfe gebraucht haben, da waren die Eltern für uns da. Jetzt ist es umgekehrt und das motiviert mich.“

Aufgeben war keine Option

Doch Barbara Kramps weiß: Motivation allein reicht nicht. Um einen Menschen zu pflegen, braucht es Unterstützung und das notwendige Wissen. Nachdem ihre Mutter ihren letzten Schlaganfall erlitten hatte, konnte sie sich nicht einmal mehr an ihre Töchter erinnern. „Die Ärzte hatten mir damals gesagt, dass sich ihr Zustand wohl nicht mehr verbessern werde“, erzählt Barbara. „Das wollte ich nicht akzeptieren.“ Als die Mutter sich in der Reha befand, stieß Barbara auf einen Aushang zu einem Seminar für pflegende Angehörige. „Da habe ich mich sofort angemeldet.“

Barbara schaut sich mit ihrer Mutter Edith im Bett Foto- und Poesiealben an: Nach und nach kehrte bei Edith Kramp so die Erinnerung zurück.

Noch drei Jahre später spricht sie begeistert von dem Seminar, das die AOK NORDWEST bis heute mit der Uni Bielefeld organisiert: „Die haben mir Mut gemacht, mir sehr gute Tipps gegeben und mich angespornt, weiter mit meiner Mutter zu arbeiten.“ Immer wieder schaute sich Barbara daraufhin mit ihrer Mutter Foto- und Poesiealben an, sprach mit ihr über ihre Familie, über alte Zeiten. Es zahlte sich aus.

Nach und nach kehrte bei Edith Kramp die Erinnerung zurück. „Und heute? Es ist alles wieder da“, zeigt sich Barbara glücklich.

Worauf es bei der Pflege ankommt? Das lernen Sie bei den Kursen und individuellen Schulungen der AOK NORDWEST.

„Heute weiß ich, was Zufriedenheit heißt“

Pflege ist kräfteaufreibend, manchmal bis zur Erschöpfung. Zur gleichen Zeit schenkt es den Pflegebedürftigen Geborgenheit und Glück und ist für viele Pflegende eine erfüllende Aufgabe, solange sie ihr eigenes Leben nicht aus dem Blick verlieren. All das hat Barbara Kramp erfahren.

„Um Weihnachten herum habe ich viel geweint“, erzählt sie. Wie früher möchte sie deshalb bald wieder einmal für ein paar Tage ein Kloster besuchen. „Dort kann ich abschalten, zur Ruhe kommen, reflektieren und auch ein bisschen abheulen. Das tut mir gut.“

Das Leben mit ihrer Mutter findet sie trotzdem „wunderbar“. Warum das so ist? Wahrscheinlich führt die Antwort in Barbaras Kindheit: „Uns ging es nicht immer gut“, erinnert sie sich. „In den 50ern ist meine Familie aus Ostdeutschland geflohen. Mein Vater saß damals in U-Haft, weil er zu oft den Mund aufgemacht hatte. Als ich in dieser Zeit einmal Geburtstag hatte, sagte meine Mutter zu mir: ‚Leider habe ich kein Geschenk für dich. Aber ich wünsche dir für immer Zufriedenheit.‘ Da fragte ich, was denn Zufriedenheit sei, und meine Mutter meinte nur: ‚Das weißt du, wenn du etwas älter bist.‘ Sie hatte recht. Inzwischen weiß ich es. Ich finde dieses Gefühl, indem ich mich für andere einsetze.“

Barbara Kramp findet das Leben mit ihrer Mutter „wunderbar“: Sie findet Zufriedenheit, indem sie sich für andere einsetzt.

„Wie wir das meistern“ – hier finden Sie zwei weitere Geschichten.

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