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Frau legt einen Arm um eine ältere Dame: Gemeinsam die Pflege meistern (Illustration).
Pflege

Plötzlicher Pflegefall: Was muss ich als Angehöriger tun?

Eben noch steht ein geliebter Mensch aktiv im Leben. Dann aber ein Sturz, ein Schlaganfall, eine Krankheit – und alles ändert sich. Wird ein Angehöriger plötzlich zum Pflegefall, muss die Familie eine ganz neue Situation mit vielen Entscheidungen bewältigen. Können wir zu Hause pflegen? Wer hilft uns bei der Versorgung? Wie beantragen wir einen Pflegegrad?

Damit Sie auf einen Pflegefall bestmöglich vorbereitet sind, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, was zu tun ist und wo Sie Unterstützung bekommen. Denn die Pflege eines Angehörigen müssen Sie nicht alleine schultern. Sie haben Anspruch auf umfassende Beratung und auf Leistungen aus der Pflegeversicherung.

AOK-Pflegeberaterin im Gespräch mit pflegender Angehörigen: Die Experten helfen zum Beispiel bei der Organisation der Pflege (Illustration).

Wo finde ich Hilfe und Beratung im Pflegefall?

Der erster Schritt im Ernstfall: Informieren Sie sich über Ihre konkrete Pflegesituation. Anonym berät etwa das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums. Sie erreichen es von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 18 Uhr unter der Rufnummer 030 20179131.

Ein wichtiger Partner bei der Pflege ist die Krankenversicherung, da sie auch die Leistungen der Pflegeversicherung erbringt. Pflegebedürftigen AOK-Mitgliedern sowie pflegenden Angehörigen stehen die AOK-Pflegeberater zur Seite. Die Experten helfen Ihnen zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen und der Organisation der Pflege. Sie kommen auch zu Ihnen ins Haus und beraten Sie über Leistungsansprüche und Hilfsangebote vor Ort wie Pflegedienste oder ehrenamtliche Helfer.

Beratung erhalten Sie auch in den Pflegestützpunkten, welche die Krankenkassen und Pflegekassen gemeinsam mit den Kommunen betreiben. Sie können dort Fragen zu Leistungen der Pflegeversicherung und zur häuslichen Pflege klären. Hier finden Sie Pflegestützpunkte der AOK NORDWEST.

Wird ein Patient im Krankenhaus pflegebedürftig, steht der Sozialdienst der Klinik beratend bei. Mit ihm planen Betroffene und Angehörige die ambulante oder stationäre Versorgung nach der Entlassung.

Einen Überblick zum Thema Pflege bekommen Sie auf der Webseite der AOK NORDWEST. Dort finden Sie Infos zu Pflegeleistungen und anderen Unterstützungsangeboten für Versicherte sowie Adressen von Ansprechpartnern.

Wie beantrage ich Pflegeleistungen?

Den Antrag auf Pflegeleistungen stellen Sie bei der Pflegekasse der AOK. Unser Antragsformular können Sie bequem im Kundencenter anfordern oder im Pflegestützpunkt abholen. Für den Antrag reicht auch ein formloser Brief, etwa mit dem Satz: „Hiermit beantrage ich Leistungen der Pflegeversicherung und bitte um eine Begutachtung.“ Dann schicken wir Ihnen das Formular zu. Beim Ausfüllen helfen die Pflegeberater und Pflegestützpunkte. Auch wenn der Papierkram in dieser emotional aufgeladenen Situation lästig erscheint, zahlt sich schnelles Erledigen aus. Je früher Sie Leistungen beantragen, desto besser.

1. Antrag auf Pflegeleistung bei der Pflegeleistung der AOK stellen, 2. Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, 3. Bescheid über den Pflegegrad erhalten (Illustration).

Ist Ihr Antrag da, veranlasst die Pflegekasse eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Das heißt: Ein Arzt oder eine Pflegefachkraft meldet sich telefonisch zum Hausbesuch an, bei dem der Umfang der Pflegebedürftigkeit eingeschätzt wird. Zur Vorbereitung auf den Besuch empfiehlt sich ein Pflegetagebuch mit Notizen, bei welchen Tätigkeiten Hilfe notwendig ist.

Den Bescheid über den Pflegegrad erstellt die Pflegekasse, sobald das Gutachten des MDK vorliegt. Sie erhalten das Gutachten mit dem Bescheid, können es aber auf Wunsch auch schon früher anfordern. Wurde die Pflegebedürftigkeit festgestellt, gibt es Pflegeleistungen rückwirkend ab der Antragstellung.

Wie organisiere ich die Pflege?

Ein älterer pflegebedürftiger Herr sitzt im Rollstuhl, ein junger Mann setzt ihm einen Hund auf den Schoß: Häusliche Pflege bedeutet nicht allein pflegen (Illustration).

Ob eine ambulante Pflege zu Hause möglich ist, kommt auf die persönliche Situation an. Reichen Angehörige oder Pflegedienst für die Versorgung, können Pflegebedürftige oft im vertrauten Umfeld bleiben. Bei der Suche nach einem Pflegedienst unterstützt Sie die AOK.

Vorteilhaft für die häusliche Pflege ist eine barrierefreie Wohnung. Für so genannte Wohnumfeldverbesserungen im Pflegefall (zum Beispiel Türen verbreitern, Treppenlift einbauen) erhalten Sie von der AOK einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro, egal welche Pflegestufe vorliegt. Ändert sich die Pflegesituation und weitere Umbauten sind nötig, können Sie den Zuschuss erneut beantragen.

Pflegeleistungen im Überblick

Die ambulante Pflege in einem Mehrgenerationenhaus und das betreute Wohnen sind Alternativen, wenn sich die häusliche Pflege nicht umsetzen lässt. Der Pflegebedürftige lebt weiterhin in einem wohntypischen Umfeld mit eigenem kleinen Appartement sowie Geschäften und Ärzten in der Nähe. Zudem stehen vor Ort spezielle Dienste für Pflegebedürftige zur Verfügung.

Anbieter für betreutes Wohnen sind private Träger (Wohnungsbaugesellschaften, Baugenossenschaften) oder Wohlfahrtsverbände. Mögliche Ansprechpartner lassen sich bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung erfragen. Zudem bietet das Bundesfamilienministerium eine Infoseite über Mehrgenerationenhäuser mit Suchfunktion an.

Drei Senioren sitzen auf der Couch, eine Dame strickend, ein Herr in der Mitte nutzt sein Handy, eine weitere Dame liest ein Buch: Auch das betreute Wohnen ist eine Alternative zur häuslichen Pflege (Illustration).

Eine weitere Option zur ambulanten Pflege ist die Senioren-WG, bei der man sich eine Wohnung und den Pflegedienst mit anderen teilt. Allerdings erfordert das WG-Leben zugleich Selbstorganisation und das Angebot ist überschaubar.

Pflegekraft beugt sich über einen Pflegebedürftigen, der im Bett liegt: Vor allem die Einstellung und Qualifikation der Mitarbeiter entscheiden, wie wohl sich der Pflegebedürftige im Heim fühlt (Illustration).

Die stationäre Pflege in einem Pflegeheim umfasst Unterbringung, Essensversorgung und medizinische Betreuung. Kosten und Qualität der Heime sind allerdings sehr unterschiedlich. Vor dem Einzug ist es deshalb ratsam, sich die Einrichtung genau anzuschauen. Vor allem die Einstellung und Qualifikation der Mitarbeiter entscheiden, wie wohl sich der Pflegebedürftige im Heim fühlt. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass zwischen Heim und Pflegekasse ein so genannter Versorgungsvertrag besteht. Nur dann haben Sie Anspruch auf die volle Leistung. Bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung, hilft Ihnen der AOK Pflegenavigator.

Wie kann ich Job und Pflege vereinbaren?

Die Pflege eines Angehörigen neben dem eigenen Job zu organisieren, kann zu einer großen Belastung werden. Gut zu wissen:

In einem unerwarteten Pflegefall können Sie sich wegen kurzzeitiger Arbeitsverhinderung bis zu zehn Tage (am Stück oder aufgeteilt) von der Arbeit freistellen lassen.

Die Pflegezeit ermöglicht die häusliche Pflege von nahen Angehörigen. Dafür können sich Arbeitnehmer bis zu sechs Monate ganz vom Job freistellen lassen oder solange in Teilzeit arbeiten.

Bei der Familienpflegezeit haben zu Hause pflegende Arbeitnehmer die Möglichkeit, maximal 24 Monate lang ihre Arbeitszeit auf 15 Stunden pro Woche zu senken.

Denken Sie auch an sich selbst!

Pflege bedeutet für die Familie eine große Herausforderung – organisatorisch, vor allem aber auch emotional. Keine Frage: Zwischenmenschlich befinden Sie sich in einer Extremsituation. Aus diesem Grund: Denken Sie auch an sich selbst und sorgen Sie für Entlastung!

Auch Sie brauchen Zeit, um sich nach dem Eintritt des Pflegefalls mit den Veränderungen im Alltag und Ihrer neuen Rolle zu arrangieren. Dabei hilft es den Austausch mit anderen Familienmitgliedern zu suchen oder vielleicht mit Freunden, die eine ähnliche Phase bereits durchlebten. Reden Sie offen über Ihre Sorgen, schaffen Sie sich aber auch Momente des Ausgleichs. Ein gutes Netzwerk wird Sie dabei stärken.

Plötzlich Pflege: Was muss ich tun?

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Diese Pflegeleistungen bietet die AOK NORDWEST neben dem Pflegegeld

Bei Pflege zu Hause:

  • Pflegesachleistungen (Pflegedienst, Tages- und Nachtpflege)
  • Unterstützung im Alltag (zum Beispiel Haushaltshilfe)
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
  • Pflegehilfsmittel

Pflege in besonderen Situationen:

  • Kurzzeitpflege
  • Ersatzpflege
  • Verhinderungspflege, auch stundenweise

Angebote für pflegende Angehörige:

  • Pflegekurse und individuelle Schulungen
  • Pflegeunterstützungsgeld für die kurzzeitige Pflege (zehn Tage), (Familien-)Pflegezeit
  • Sozialleistungen durch Pflegekasse

Die Leistungen der Pflegeversicherung im Überblick

Plötzlich Pflege: Was muss ich tun

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