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Illustration: Lassen Beweglichkeit und Gangsicherheit nach, wird der Alltag schnell zum anstrengenden Hindernis-Parcours.
Pflege

Barrierefreies Wohnen: kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Und jetzt? Lassen Beweglichkeit und Gangsicherheit nach, wird der Alltag schnell zum anstrengenden Hindernis-Parcours. Die Umgestaltung der Wohnung ist eine wichtige Maßnahme, um Stürzen vorzubeugen, dem Betroffenen mehr Sicherheit zu geben und Pflegekräften sowie Angehörigen die nötigen Handgriffe zu erleichtern.

Die eigenen vier Wände sind oft nicht auf eine Pflegesituation ausgerichtet. Den meisten wird das erst dann bewusst, wenn Treppen und Türschwellen zum Risiko werden, Rollstuhl und Rollator nicht durch die Türen passen, der Toilettensitz zu niedrig ist und die Badewanne zur Herausforderung wird.

Murat Kanal

Architekt

Der Architekt aus Recklinghausen hat sich mit seinem Büro ARCHILIFE auf barrierefreies Wohnen spezialisiert. Auf dieser Seite gibt er Tipps, wie Sie in einfachen bis aufwändigeren Schritten Ihre Wohnung barrierefrei gestalten können.

„Bereits kleine Maßnahmen und Hilfsmittel können den Alltag deutlich erleichtern und das Sturzrisiko des Pflegebedürftigen erheblich senken“, weiß Architekt Murat Kanal. Natürlich gibt es aber auch sinnvolle Vorkehrungen, die mehr Zeit beanspruchen. Wir nennen Ihnen deshalb die wichtigsten Maßnahmen, die …

Murat Kanal

Architekt

Der Architekt aus Recklinghausen hat sich mit seinem Büro ARCHILIFE auf barrierefreies Wohnen spezialisiert. Auf dieser Seite gibt er Tipps, wie Sie in einfachen bis aufwändigeren Schritten Ihre Wohnung barrierefrei gestalten können.

In zehn Minuten erledigt: die ersten Schritte

Illustration: Wichtig für einen barrierefreien Wohnraum ist die Beseitigung von Stolperfallen wie Teppichen.

In zehn Minuten erledigt: die ersten Schritte

Ein erster wichtiger Schritt hin zu einem sicheren und barrierefreien Wohnraum ist die Beseitigung von Stolperfallen und Hindernissen. Dazu zählen zum Beispiel Teppiche, Fußmatten und Kabel sowie Möbelstücke, Lampen und Dekoration. Die Durchgangswege sollten möglichst frei sein, besonders für den nächtlichen Gang zur Toilette.

Illustration: Das Telefon sollte in einer pflegegerechten Wohnung gut erreichbar sein.

Wichtig ist auch, dass das Telefon gut erreichbar ist und eine stabile Sitzgelegenheit zur Verfügung steht. Stopper zum Aufkleben verhindern, dass Stühle und Tische beim Aufstehen und Abstützen wegrutschen. Sicheres Schuhwerk ist ohnehin angebracht. Lockere Hausschuhe ohne festen Halt und mit glatter Sohle sind eine Gefahr.

Illustration: Das Telefon sollte in einer pflegegerechten Wohnung gut erreichbar sein.
Experten-Tipp: „Viele Türen lassen sich problemlos aushängen. Das schafft deutlich Raum und das unnötige Öffnen und Schließen der Türen fällt weg. Zudem sind vor allem Glastüren im Alter ein Risiko.“


Experten-Tipp:
„Viele Türen lassen sich problemlos aushängen. Das schafft deutlich Raum und das unnötige Öffnen und Schließen der Türen fällt weg. Zudem sind vor allem Glastüren im Alter ein Risiko.“

Laden Sie sich unsere Checkliste „einfache Sofort-Maßnahmen“ für barrierefreies und damit pflegegerechtes Wohnen als PDF herunter.

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An einem Tag erledigt: die nächsten Schritte für barrierefreies Wohnen

Illustration: Ein Hilfsmittel zur barrierefreien Wohnraumgestaltung ist ein Aufsatz für die Toilette, der das Aufstehen und Hinsetzen erleichtert.

Weitere unterstützende Hilfsmittel sind kleine Anschaffungen wie Treppengeländer, Handgriffe und ein Aufsatz für die Toilette, der das Aufstehen und Hinsetzen erleichtert. Ein Duschhocker senkt das Sturzrisiko im Bad und ermöglicht das Abtrocknen im Sitzen. Hat das Bad eine Badewanne, erleichtert der Einbau von speziellen Hebesystemen den Ein- und Ausstieg.

Illustration: Ein Hilfsmittel zur barrierefreien Wohnraumgestaltung ist ein Aufsatz für die Toilette, der das Aufstehen und Hinsetzen erleichtert.
Illustration: Bewegungsmelder in der Wohnung sorgen jederzeit für eine ausreichende Beleuchtung.

Wichtig ist auch, dass sämtliche Möbel stabil stehen und nicht kippen oder wegrutschen, wenn der Pflegebedürftige sich daran festhält. Die Möbel an die Wand zu montieren, kann eine Lösung sein. Bewegungsmelder vor dem Haus und in der Wohnung sorgen jederzeit für eine ausreichende Beleuchtung und ersparen den Weg zum Lichtschalter.

Experten-Tipp: „Auch wenn die Lösung einfach scheint: Von Einlegematten in der Dusche rate ich ab. Diese sind nie zu 100 Prozent rutschsicher und stellen zudem eine Stolperfalle dar. Hier lohnt es sich, über einen Umbau nachzudenken und in eine ebenerdige, große Dusche mit rutschfesten Fliesen zu investieren, in die man auch mit einen Rollstuhl kommt.“


Experten-Tipp: „Auch wenn die Lösung einfach scheint: Von Einlegematten in der Dusche rate ich ab. Diese sind nie zu 100 Prozent rutschsicher und stellen zudem eine Stolperfalle dar. Hier lohnt es sich, über einen Umbau nachzudenken und in eine ebenerdige, große Dusche mit rutschfesten Fliesen zu investieren, in die man auch mit einen Rollstuhl kommt.“

In mehreren Wochen erledigt: Diese Umbaumaßnahmen sind aufwändiger

Illustration: Mehr Zeit benötigen Umbaumaßnahmen wie der Einbau eines Treppenliftes.
Illustration: Für die barrierefreie Wohnraumgestaltung empfiehlt sich der Einbau rollstuhlgerechter Rampen.

In mehreren Wochen erledigt: Diese Umbaumaßnahmen sind aufwändiger

Mehr Zeit benötigen Umbaumaßnahmen wie …

  • … der Einbau eines Treppenliftes
  • … die Vergrößerung von Türen
  • … der Umbau des Bades
  • … der Einbau rollstuhlgerechter Rampen
  • … das Verlegen eines neuen Bodens aus rutschfestem Material.

 

Illustration: Für die barrierefreie Wohnraumgestaltung empfiehlt sich der Einbau rollstuhlgerechter Rampen.
Experten-Tipp: „Bei Umbaumaßnahmen im Bad haben viele Sorgen angesichts des Aufwands. Doch mit einer guten Planung kann das neue Bad oft schon nach etwa einer Woche benutzt werden. Wer neu baut, berücksichtigt am besten schon jetzt das Alter und plant breite Türen, eine ebenerdige Dusche sowie einen Eingangsbereich mit Rampe ein. Wer außerdem breite Treppen baut, kann im Alter problemlos einen Treppenlift einbauen. Barrierefreies Bauen kommt vielen zugute. Nicht nur den Älteren, sondern auch der Mutter mit Kinderwagen und den Kindern selbst.“


Experten-Tipp: „Bei Umbaumaßnahmen im Bad haben viele Sorgen angesichts des Aufwands. Doch mit einer guten Planung kann das neue Bad oft schon nach etwa einer Woche benutzt werden. Wer neu baut, berücksichtigt am besten schon jetzt das Alter und plant breite Türen, eine ebenerdige Dusche sowie einen Eingangsbereich mit Rampe ein. Wer außerdem breite Treppen baut, kann im Alter problemlos einen Treppenlift einbauen. Barrierefreies Bauen kommt vielen zugute. Nicht nur den Älteren, sondern auch der Mutter mit Kinderwagen und den Kindern selbst.“

Achtung bei Mietwohnungen: Für größere Umbaumaßnahmen muss der Vermieter seine Zustimmung geben.

Laden Sie sich unsere Checkliste „Renovierungsmaßnahmen“ für pflegegerechtes Wohnen als PDF herunter.

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Wohnen und Demenz: Diese Maßnahmen erleichtern den Alltag

Die Umgestaltung der Wohnung ist nicht nur bei körperlichen Einschränkungen notwendig. Auch bei geistigen Beeinträchtigungen, etwa einer Demenz, können kleine Maßnahmen den Alltag deutlich erleichtern. Sie sorgen dafür, dass sich die Betroffenen in ihrer Wohnung wohl fühlen und so selbstständig agieren können wie nur möglich.

 Illustration: Bei einer Demenz können kleine Maßnahmen wie Herdsicherungen oder Abschaltautomatiken bei Elektrogeräten den Alltag deutlich erleichtern.

Gute Orientierung und die Beseitigung von Gefahrenquellen sind dabei das oberste Gebot: Eine ausreichende Beleuchtung, Zeitschaltuhren zur Steuerung von Rollläden und Lampen sowie farbige Symbole an den Türen sind ebenso hilfreich wie eine deutliche Kennzeichnung von Schaltern. Zusätzliche Sicherheit bieten Herdsicherungen, Abschaltautomatiken bei Elektrogeräten, Temperaturbegrenzungen an Armaturen und ein Überlaufschutz am Waschbecken.

Eine psychische Funktion nimmt zudem die Farbgestaltung der Räume ein: Anders als verwirrende Muster wirken blaue Töne oft beruhigend auf demente Personen. Auch grüne Wände, Vorhänge und Fußböden haben einen harmonisierenden Effekt, während Orange Heiterkeit und Lebensfreude vermittelt und dadurch das soziale Verhalten fördert – ideal geeignet für Gemeinschaftsräume. Gelbe Zimmer strahlen hingegen Wärme und Geborgenheit aus.

Glastüren werden gerade von Demenzkranken leicht übersehen und stellen ein Risiko dar. Sie sollten ausgehängt oder abgeklebt werden. Bewegungsmatten mit Signalgeber an der Eingangstür informieren Angehörige und Pflegende, wenn der Pflegebedürftige die Wohnung verlässt. Außerdem empfiehlt sich der Einbau von Sicherheitsschlössern, die sich von innen und außen öffnen lassen.

Experten-Tipp: „Hilfreich ist der Einbau von Türen mit Sicherheitsschlössern, die auch von außen geöffnet werden können. So kommen Pflegekräfte in die Wohnung, wenn Hilfe benötigt wird und der Pflegebedürftige die Tür nicht öffnen kann.“

Womit fange ich an?

Soweit die Theorie. Jetzt werden Sie sich vielleicht fragen: Wo fange ich in der Praxis an? Müssen größere Umbaumaßnahmen wirklich sein? Und wer zahlt das alles?

Einen Überblick über die wichtigsten Hilfsmittel und Umbaumaßnahmen sowie Renovierungsarbeiten für Wohnraum, Küche, Bad und Schlafzimmer finden Sie in unseren Checklisten. Die Listen schaffen einen guten Überblick zu den Sofortmaßnahmen für eine behindertengerechte Wohnung. Wenden Sie sich anschließend an die AOK NORDWEST, um die nächsten Schritte zu planen.

Wohnungsberatung und Umbaumaßnahmen: So hilft die AOK

Bei der Wohnberatung helfen AOK-Fachkräfte wie der Pflegeberater den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mit umfassenden Informationen zur altersgerechten und barrierefreien Gestaltung einer Wohnung. Bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme zahlt die AOK-Pflegekasse für notwendige Wohnraumanpassungen.

Wichtig: Den Zuschuss für eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme müssen Sie vor dem Umbau bei Ihrer AOK beantragen.

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