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Älterer Herr schreibt Notizen auf Klebezettel: Typische Demenz-Symptome sind Störungen des Gedächtnisses und der Merkfähigkeit.
Pflege

Ist mein Angehöriger dement? Unser Test gibt erste Hinweise

Aufbrausendes Verhalten, wachsende Vergesslichkeit, häufige Teilnahmslosigkeit – steckt dahinter eine Demenz? Der Test der AOK NORDWEST gibt Angehörigen eine erste Orientierung.

Eine Demenz kommt schleichend und verändert nicht nur den Erkrankten, sondern auch das Leben seiner Familie. Ist der eigene Vater immer öfter streitlustig und abweisend? Erkennt die Oma ihre Familie nicht mehr? Für viele Angehörige eine schmerzhafte Erfahrung. Zu den emotionalen Herausforderungen kommen außerdem Sorgen um die Sicherheit des Betroffenen: Denkt er daran, den Herd auszuschalten? Findet er nach dem Spaziergang den Weg nach Hause? Wann ist der Zeitpunkt, über einen Heimplatz nachzudenken?

Verlauf: Diese Symptome deuten auf eine Demenz hin

Der Begriff Demenz bedeutet sinngemäß „ohne Geist“ und umfasst über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit. Dabei ist eine Demenz deutlich mehr als der Verlust der geistigen Fähigkeiten. Die Erkrankung beeinträchtigt das gesamte Sein des Menschen: seine Wahrnehmung, sein Erleben und sein Verhalten.

Ältere Dame und Herr sitzen auf dem Bett, sie legt den Arm um ihn: Sehr belastend für Familie und Freunde sind die Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensstörungen, die mit der Demenz einhergehen.

Typische Demenz-Symptome sind Störungen des Gedächtnisses und der Merkfähigkeit sowie Störungen des Denkens, der Sprache, der Wahrnehmung, der logischen Argumentation und des Verhaltens. Ein erstes Anzeichen ist Vergesslichkeit: Gegenstände werden verlegt, Termine verpasst, Namen und Worte vergessen. In einer fremden Umgebung ist der Betroffene zunehmend orientierungslos.

Im weiteren Verlauf der Demenz nehmen die Beeinträchtigungen im Denkvermögen zu. Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis verblassen, Gegenstände verlieren ihre Bedeutung, Sprachstörungen treten auf und auch körperlich baut der Demenzkranke ab.

Sehr belastend für Familie und Freunde sind zudem die Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensstörungen, die mit der Demenz einhergehen. Dazu gehören Aggressivität, Streitlust und Ablehnung ebenso wie starke Anhänglichkeit und Angstreaktionen. Manche Betroffenen leben wieder in ihrer Kindheit oder Jugend. Angehörige werden nicht mehr erkannt.

Demenz oder Altersvergesslichkeit? Machen Sie den Test

Ob es sich wirklich um eine Demenz, normale Altersvergesslichkeit oder eine psychische Erkrankung wie Depression handelt, kann nur ein Arzt feststellen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Angehöriger dement ist, gibt Ihnen der Fragebogen „Ist es Demenz?“ eine erste Orientierung.

Ist es Demenz?

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Demenz erkennen: Fragebogen ersetzt keinen Arztbesuch

Deutet der Test auf eine Demenz bei Ihrem Angehörigen hin, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Er kennt Ihren Angehörigen schon lange und kann Veränderungen gut einschätzen. Erhärtet sich der Verdacht auf Demenz, stellt der Arzt eine Überweisung zu einem Facharzt für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie oder Geriatrie aus. Diesem stehen verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung.

Verfahren zur Diagnose einer Demenz:

Uhren-Test Bei dem Test muss Ihr Angehöriger eine Uhr zeichnen. Denn im Verlauf einer Demenz können Erkrankte Ziffern und Zeiger oft nicht mehr richtig anordnen.

Mini-Mental-Status-Test (MMST) Der MMST ist der älteste und bekannteste Fragebogentest zur Demenz. Er umfasst unter anderem verschiedene Merk- und Rechenaufgaben.

CT und MRT Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie und die Magnetresonanztomografie geben Einblicke in das Gehirn. Ärzte erkennen so Demenzauslöser wie Durchblutungsstörungen und Schlaganfälle.

Untersuchung von Blut und Nervenwasser Eine Blutabnahme erfolgt, um behandelbare Ursachen einer Demenz zu erkennen, zum Beispiel einen Vitaminmangel. Über eine Analyse des Nervenwassers lässt sich die Konzentration von beta-Amyloid und Tau-Protein ermitteln, die bei Alzheimer-Patienten verändert ist.

Bei der Suche nach einem geeigneten Facharzt hilft Ihnen auch der AOK-Arztnavigator.

Diagnose Demenz: Was kommt auf unsere Familie zu?

Steht am Ende tatsächlich die Diagnose Demenz, ist das für die Familie mit vielen Fragen verbunden: Was bedeutet das für uns und unseren Angehörigen? Wie kann eine Therapie aussehen? Können wir Pflegeleistungen beantragen und wenn ja, welche? Müssen wir sogar über einen Platz in einem Pflegeheim nachdenken?

Antworten und Unterstützung bekommen Angehörige auch von den Pflegeberatern der AOK NORDWEST. Die Pflegeexperten helfen dabei, einen individuellen Versorgungsplan zu erstellen, unterstützen bei der Organisation und nehmen Kontakt zu anderen Beteiligten wie etwa dem Pflegedienst auf. Vereinbaren Sie einen Termin zur Pflegeberatung – am Telefon, im persönlichen Gespräch in einem Kundencenter oder auch bei Ihnen zu Hause.

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