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Pflege

Welcher Pflegegrad? Wir erklären das Pflegegutachten

Illustration: Ein Dokument mit der Aufschrift "Gutachten" im Hintergrund eines mit dem Titel "5 Pflegegrade" mit einer angedeuteten Auflistung. Die AOK NORDWEST sagt Ihnen, wie Sie dazu beitragen können, dass Sie den richtigen Pflegegrad bekommen.

Der Pflegeantrag ist gestellt. Jetzt steht die Einstufung in einen der Pflegegrade bevor. Die AOK NORDWEST sagt Ihnen, wer die Bewertung wie vornimmt und wie Sie dazu beitragen können, dass Sie den richtigen Pflegegrad bekommen.

Warum nur Pflegegrad 1? Steht meiner Mutter nicht viel mehr zu? Wie kommt der Pflegegrad zustande? Typische Fragen und Beschwerden, wenn es um die Einstufung eines Pflegegrads geht. Verständlich, handelt es sich doch um ein sehr wichtiges Thema in einer sehr sensiblen Situation. Aus diesem Grund möchte die AOK NORDWEST aufklären.

Wer entscheidet über den Pflegegrad?

Die medizinisch Beurteilung nimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung vor, kurz: MDK. Für den MDK arbeiten Ärzte und Fachkräfte, die sich mit der Lage pflegebedürftiger Menschen auskennen. Die Auswertung des Pflegegutachtens und die Erteilung des Bescheids erfolgt durch Ihre Pflegekasse.

Den Kontakt stellen wir her

Sobald Ihr Antrag auf Pflegeleistungen bei der AOK-Pflegekasse eingegangen ist, beauftragen wir den MDK mit einer Begutachtung. Anschließend meldet sich der Gutachter des MDK bei Ihnen, um einen Hausbesuch zu vereinbaren. Einigen Sie sich mit ihm möglichst auf einen Termin, bei dem Sie als pflegender Angehöriger dabei sein können.

Was ist der MDK?

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung ist der unabhängige Beratungs- und Gutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Träger sind die Landesverbände der Krankenkassen und Pflegekassen. Die rechtliche Aufsicht über den MDK hat das jeweilige Landessozialministerium.

Bevor der MDK kommt: Dokumentieren Sie den Alltag

Damit der MDK den Pflegebedarf feststellen kann, brauchen die Mitarbeiter ein realistisches Bild der Hilfsbedürftigkeit. Dafür können Pflegende schon vor der Begutachtung wichtige Dokumente zusammenstellen:

  • Liste der behandelnden Ärzte und aktuellen Arztbesuche
  • Arzt- und Krankenhausberichte, Entlassungsberichte, Röntgenbilder oder ähnliches
  • Liste mit Medikamenten, Behandlungen und täglichen Hilfsmitteln (zum Beispiel Schnabeltasse, Rollator)
  • Kontaktdaten eventueller Pflegepersonen
  • Dokumentation des Pflegedienstes

Erstellen Sie im Vorfeld an den wichtigsten Dokumenten Kopien für den MDK.

Pflege-Begutachtung – wie bereite ich mich vor?

Führen Sie ein Pflegetagebuch

Illustration: Pflegetagebuch - hier können Sie erfassen, wie groß der Unterstützungsbedarf genau ist.

In den Pullover helfen, Brot schneiden, Haare kämmen – bei der Pflege kommen viele kleine Handgriffe zusammen. Wie groß der Unterstützungsbedarf genau ist, lässt sich mit einem Pflegetagebuch erfassen. Es gibt dem MDK – und Ihnen – einen Überblick und erleichtert die Zuweisung des richtigen Pflegegrades.

In das Pflegetagebuch tragen Sie alle Aktivitäten ein, bei denen Hilfe notwendig ist. Nicht jeder Tag ist gleich. Dokumentieren Sie Ihren Alltag daher am besten eine ganze Woche lang. Nutzen Sie dafür unsere Vorlage:

Der Tag der MDK-Begutachtung

Auch wenn die Aufregung groß ist: Richten Sie für den MDK weder Ihren Angehörigen noch die Wohnung besonders her. Der Gutachter braucht für die Bestimmung des Pflegegrades einen authentischen Eindruck davon, was die pflegebedürftige Person noch allein bewältigen kann.

Viele Pflegebedürftige möchten bei dem Termin einen besonders selbstständigen Eindruck machen. Menschlich verständlich, aber falsche Scham führt vielleicht zu einem zu niedrigen Pflegegrad. Auch für Sie als Angehörigen gilt daher: Beschönigen Sie nichts in dem Gespräch.

Nach der Begutachtung:
So kommt der Pflegegrad zustande

Der MDK fasst den Hausbesuch in einem Gutachten zusammen und empfiehlt einen der fünf Pflegegrade. Für die Zuweisung ist entscheidend, wie selbstständig die pflegebedürftige Person in sechs verschiedenen Bereichen (Modulen) ist.

In jedem Modul gibt es Kriterien, für die die Gutachter Punkte vergeben, beispielsweise für das Halten einer stabilen Sitzposition. Je höher die Punktzahl, desto unselbstständiger ist die pflegebedürftige Person. Am Ende des Moduls wird die Summe gebildet.

Infografik: Wie setzt sich der Pflegegrad zusammen?

Der Pflegegrad steht fest

Die AOK-Pflegekasse schickt Ihnen nach Fertigstellung des Gutachtens eine Kopie und den Pflegegrad-Bescheid zu. Dabei informiert Sie die Kasse auch über empfohlene Rehabilitationsmaßnahmen oder Hilfsmittel. Erwartet der Gutachter, dass sich die Pflegebedürftigkeit schon bald verändern wird, kann er bereits eine Wiederholungsbegutachtung ankündigen.

Kein Pflegegrad oder zu niedrig? Sie können Widerspruch einlegen

Nach dem Bescheid haben Pflegebedürftige einen Monat Zeit für einen schriftlichen Widerspruch bei der Pflegekasse. In der Regel erstellt der MDK daraufhin ein zweites Gutachten.

Auch sonst können Sie sich in einer Pflegesituation jederzeit an uns wenden. Steigt der Unterstützungsbedarf nach der Pflegegrad-Einstufung, ist eine erneute Begutachtung durch den MDK möglich. Ein Antrag bei der Pflegekasse reicht.

Und falls Sie weitere Fragen haben: Die AOK-Pflegeberater  und Ihre Pflegestützpunkte in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein  helfen gern.

Selbstständigkeit im Blick

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