Gesundheit
#vorbessern
mit der AOK NORDWEST
Jetzt wechseln Kundencenter Kontakt
Junge Frau steht in einem Garten und blickt nach vorn: Hebammen wie Laura Eßmann begleiten Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett.
Familie

„Jede Geburt ist anders“: Eine Hebamme berichtet aus ihrem Alltag

Sie ist Ansprechpartnerin, Unterstützerin, Aufklärerin: Hebammen wie Laura Eßmann begleiten Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett. Die #vorbessern-Redaktion hat einen Blick in den Arbeitsalltag einer Hebamme geworfen.

„Bei meiner ersten Geburt, die ich begleitet habe, sind ein paar Tränen gekullert. Das war in der Ausbildung. Dabei sein zu können, wenn ein neues Leben geschenkt wird, das ist schon schön.“ Laura Eßmann ist eine von sieben Beleghebammen in Dortmund. Seit 2015 hat sie circa 100 Geburten begleitet.

 Junge Frau sitzt am Tisch: Laura Eßmann ist eine von sieben Beleghebammen in Dortmund.

Von wegen Alltag! Überraschungen garantiert

Für Laura ist kein Tag wie der andere. Mal beantwortet sie abends um 22 Uhr besorgte SMS über Baby-Stuhlgang, mal begleitet sie morgens um 4 Uhr eine spontane Hausgeburt. „Auch nach 500 Geburten kann man noch nicht sagen, man hat alles gesehen. Jeder Körper ist unterschiedlich. Jede Frau und jedes Kind sind anders. Und deswegen ist auch jede Geburt anders – es gibt immer Überraschungen.“

In der Hebammenpraxis Phönix arbeiten Beleghebammen in Zweier-Teams – abwechselnd in 48-Stunden-Diensten. Die schwangere Frau lernt immer beide kennen, denn schließlich richtet sich das Baby nicht nach Arbeitszeiten oder Rufdiensten. Schwangere, die sich eine Beleggeburt wünschen, melden sich am besten sofort, sobald der zweite Streifen auf dem Schwangerschaftstest erscheint und warten nicht erst bis zur zwölften Schwangerschaftswoche.

„Man muss sich ja nicht gleich treffen“, erklärt Laura Eßmann. Aber die Nachfrage ist groß. Und das Angebot klein.

Tipps für die Hebammensuche

  • Starten Sie Ihre Hebammensuche, sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind.
  • Internetrecherche: Wenn Sie Ihren Wohnort zusammen mit dem Stichwort „Hebamme“ bei der Suchmaschine eingeben, finden Sie zahlreiche vorgeschlagene Seiten der Hebammen und Hebammenpraxen.
  • Sie möchten eine Beleg- oder Hausgeburt? Dann geben Sie gezielt diese Begriffe bei Ihrer Suche mit ein. Viele Hebammen, die zum Beispiel Nachsorge anbieten, arbeiten fest im Krankenhaus und bieten keine Vorsorge an.
  • Schauen Sie sich die Fotos der Hebammen an: Sind sie Ihnen sympathisch?
  • Vor dem Kennlerngespräch: Schreiben Sie sich auf, was Ihnen wichtig ist, wie Sie sich die Geburt vorstellen und welche Fragen Sie stellen möchten.
  • Bevor Sie sich für eine Hebamme entscheiden: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!

Jedes Wochenende macht Laura sich einen groben Plan, welche (werdenden) Eltern sie in der kommenden Woche besuchen wird. Denn sie begleitet nicht nur die Geburt an sich, sondern kümmert sich auch um die Vor- und Nachsorge.

Vorsorge: Die richtige Vorbereitung erleichtert die Geburt

Manchmal besucht Laura Eßmann die werdenden Mütter schon in der achten Schwangerschafts­woche, manchmal erst viel später. Manchmal sind diese Besuche einfach nur Gespräche über Sorgen und Ängste, manchmal ertastet Laura das Baby, hört Herztöne ab und nimmt die Maße vom Bauch. Sie überprüft, ob sich Mutter und Kind wochenentsprechend entwickeln. In dieser Zeit entsteht ein enges, manchmal schon freundschaftliches Verhältnis zwischen Schwangeren und Hebamme.

Der Kontakt zu den werdenden Vätern hingegen ist oft gering. Für viele ist die Schwangerschaft erst greifbar, wenn Sie das Baby zum ersten Mal treten sehen oder spüren konnten. Manche fühlen sich fehl am Platz, bis sie das Baby zum ersten Mal im Arm halten. In solchen Fällen bietet Laura Eßmann an, sich in Ruhe hinzusetzen und einmal alles genau durchzugehen.

Jedem Elternpaar empfiehlt sie, an einem Geburtsvorbereitungskurs teilzunehmen: „Man merkt einer Frau unter Geburt an, ob sie einen Kurs gemacht hat oder nicht.

Hebamme Laura hält ein Stethoskop an ihr Ohr: Mit dem Pinard-Rohr hört sie die fetalen Herztöne ab.

Man merkt einer Frau unter Geburt an, ob sie einen Kurs gemacht hat oder nicht. Falls ja, ist sie meistens viel ruhiger und weiß, was da passiert.

Falls ja, ist sie meistens viel ruhiger und weiß, was da passiert“, so die Hebamme. „Ich würde mir wünschen, dass auch jeder Papa mitmacht. Das Kind ist zur Hälfte von ihm und dann sollte er sich auch zur Hälfte mit einbringen. Das wäre toll. Wenn es um Geburtsthemen geht, ist es hilfreich, wenn der Partner mit dabei ist.“ Das gibt auch der werdenden Mutter ein besseres Gefühl: Sie ist nicht allein.

Wann die werdende Mutter mit der Vorsorge beginnen möchte, bleibt ganz ihr überlassen.

Tipps der Hebamme zur Geburtsvorbereitung

  1. Wichtig: Nehmen Sie an einem Geburtsvorbereitungskurs teil!
    Und zwar zusammen mit Ihrem Partner. Keine Sorge, Sie erwartet kein „Hechel“-Kurs. Sondern Infos rund um die Geburt: Was macht ein Kind unter Geburt? Was sind Wehen? Was muss ich machen, wenn ich einen Blasensprung habe? Warum dauert eine Geburt so lange? Welche Untersuchungen werden bei der Nachsorge gemacht? Was können wir schon vorher für die Zeit des Wochenbetts organisieren?
    Der Kurs wird von der AOK NORDWEST für die AOK-versicherte Mutter bezahlt.
  2. Bereiten Sie sich körperlich auf die Geburt vor.
    Eine Geburt ist extrem anstrengend für den Körper. Deswegen treiben Sie Sport und bauen Ihre Ausdauer auf. Dafür eignet sich ganz besonders Schwimmen.
  3. Trinken Sie Himbeerblättertee (ab SSW 36+0).
    In Absprache mit Ihrer Hebamme und erst ab der 36+0 Schwangerschaftswoche. Der Tee kann für einen weichen Gebärmutterhals sorgen und einen positiven Einfluss auf die Geburtsdauer haben.
  4. Denken Sie über Akupunktur nach.
    Akupunktur kann dabei helfen, die Geburt zu verkürzen und Schmerzen zu lindern.
  5. Entspannen Sie sich.
    Manche Babys lassen auf sich warten, weil ihre Mutter angespannt und noch nicht bereit für die Geburt ist. Denn die Verkrampftheit kann bis in den Muttermund und Beckenboden ausstrahlen.
Junge Frau lächelt in die Kamera: Hebamme Laura Eßmann in ihrer Praxis in Dortmund.

Geburt: Vertrauen Sie auf Ihre Unterstützer

Während der Geburt sorgt Laura Eßmann dafür, dass die werdende Mutter sich sicher und gut aufgehoben fühlt. „Ich handele im Namen der Frau“, beschreibt sie das. Doch auch die werdenden Väter müssen sich im Kreißsaal nicht nutzlos fühlen. Wer vor der Geburt nicht weiß, wie er helfen kann, kann sich mit der Hebamme zusammensetzen und sich ein paar Tipps mit auf den Weg geben lassen.

Regel Nummer 1: Stellen Sie sich vor Ihre Partnerin, hinterfragen Sie alles, was im Kreißsaal geschieht. Denn unter den Schmerzen der Geburt, fragt eine Gebärende meist nicht mehr nach, was gerade um sie herum passiert. Und im Eifer des Gefechts vergessen ärztliches Personal und Hebammen manchmal, darüber zu informieren. Außerdem können Sie für das Wohlbefinden Ihrer Partnerin sorgen, ihr Snacks und Getränke anbieten, an Toilettengänge erinnern oder sie massieren. Ihre Hebamme zeigt Ihnen vorher wie.

Nachsorge: „Der Körper macht das schon“

In der ersten Woche nach der Geburt, ist Laura Eßmann jeden Tag bei der Mutter, dann alle zwei Tage, dann nur noch zweimal die Woche. Sie überprüft, ob die Gebärmutter sich zurückbildet, die Geburtsverletzungen abheilen und ob das Kind zunimmt. Sie spricht mit den Müttern über die richtige Pflege der Brust und des Kindes, das Babyhandling und kümmert sich um die Nabelpflege. Viele Frauen haben Angst, dass sie nicht stillen können. Doch Laura vertraut ganz auf den weiblichen Körper: „Ich sage immer, man darf sich da nicht so einen Kopf drum machen. Der Körper macht das schon. Das ist ja so gewollt, dass es funktioniert. Die Psyche spielt beim Stillen eine ganz, ganz große Rolle.“

Maßbänder, Stethoskope, Rizinusöl - Utensilien einer Hebamme.

Sie spricht mit den Müttern über Selbstzweifel und die Angst, etwas falsch zu machen: Viele sorgen sich, dass es ihrem Kind nicht gut geht. „Es ist schade, dass Mütter nicht mehr auf ihren Instinkt hören.“, findet Laura. Ihr Tipp: Lassen Sie sich nicht so sehr von irgendwelchen Artikeln, Freunden und Familienmitgliedern verunsichern. Wenn Sie sich vor der Schwangerschaft vorbereiten und zum Geburtsvorbereitungskurs gehen, wissen Sie, was auf Sie zukommt. Grundsätzlich gilt: Vertrauen Sie auf Ihren Körper!

Und: Niemand muss direkt nach der Geburt wieder so funktionieren wie vorher. Lassen Sie den Haushalt liegen und konzentrieren sich ganz auf sich und Ihr Kind.

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-Plug-ins zur Verfügung. Diese werden in einem Zwei-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden.

Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogene Daten oder Informationen über deren Nutzung mittels der Social-Media-Plug-ins.

Über diese Plug-ins können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-Plug-ins weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-Plug-ins anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.