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Gefährliches Übergewicht? Das Maßband allein reicht oft nicht aus, um diese Frage zu beantworten.
Ernährung

Body Mass Index – nicht das Maß aller Dinge

Habe ich Übergewicht?
Wer sich diese Frage stellt, zieht gerne einen BMI-Rechner zu Rate. Mit der Eingabe von Körpergröße und Gewicht lässt sich in Sekundenschnelle ein Ergebnis ermitteln.

Auch Fachleute definieren über den Body Mass Index Begriffe wie Übergewicht und Fettleibigkeit. Doch die Formel hat Schwächen.

Box-Star Wladimir Klitschko in Wettkampfform wäre beispielsweise mit einem BMI von knapp 28 deutlich übergewichtig. Sein Kontrahent Box-Weltmeister Anthony Joshua kratzt mit einem BMI von 28,8 schon fast an der Grenze zu Adipositas. Kein Wunder, dass viele den BMI für überholt halten.

Welche Alternativen es zum BMI gibt, zeigt unsere Übersicht:

Waist-To-Height-Ratio und A Body Shape Index

Bereits vor einigen Jahren entwickelten Mediziner die sogenannte Waist-to-Height-Ratio (WtHR). Dabei wird der Bauchumfang zur Körpergröße in Relation gesetzt (Bauchumfang geteilt durch Größe). Bei unter 40-Jährigen sollte das Ergebnis unter 0,5 liegen, für über 50-Jährige gelten Werte bis 0,6 als normal.

Durch die zusätzliche Komponente Bauchumfang bildet der WtHR Übergewicht und die damit verbundene Gesundheitsgefahr zuverlässiger ab als der BMI.

Der erst vor wenigen Jahren entwickelte A Body Shape Index (ABSI) berücksichtigt neben Größe und Gewicht auch den Taillenumfang. Ähnlich wie die WtHR soll er Auskunft über die Verteilung des Körperfetts und damit über den Gesundheitsstatus geben. Studien zeigten, dass WtHR und ABSI gesundheitliche Risiken besser berücksichtigen als der BMI.

Studien zeigten, dass auch der ABSI gesundheitliche Risiken besser berücksichtigt als der BMI. Der ABSI ist allerdings kompliziert zu berechnen (Taillenumfang geteilt durch BMI2/3 mal Körpergröße1/2) und auszuwerten. Er gilt als wenig praxistauglich.

Der Bauchumfang als Gradmesser für schädliches Bauchfett

Einen besonders einfachen Anhaltspunkt für schädliche Pfunde gibt die Messung des Bauchumfangs. Bei Frauen sollte er unter 88, besser unter 80 Zentimetern liegen. Für Männer empfehlen Ärzte einen Wert unter 102, besser unter 94 Zentimetern. Liegt der Wert darüber, ist das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen erhöht.

Um einen aussagekräftigen Wert zu erhalten, sind allerdings viele Faktoren zu beachten – vor allem: Zeitpunkt der Messung und die genaue Stelle der Messung. Die Methode ist deshalb auch nur mit Vorsicht anzuwenden.

Body Mass Index: Fettanteil bleibt unberücksichtigt

Für den Body Mass Index wird das Gewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat geteilt. Bei normalgewichtigen Erwachsenen ergeben sich Werte zwischen 19 und 25. Bei einem BMI unter 19 sprechen Experten von Untergewicht, während Werte über 25 auf Übergewicht hinweisen. Bei einem Body Mass Index von 30 liegt die Grenze zu Adipositas, also krankhafter Fettsucht.

Da sich der BMI nur über Körpergröße und Gewicht berechnet, bleiben Fettverteilung und Muskelanteil außer Acht. Muskulöse Menschen fallen nach dieser Definition daher häufig in die Kategorie „übergewichtig“ oder sogar „adipös“, auch wenn sie kaum Körperfett besitzen.

Körperfett als Maßstab für Übergewicht

Vor allem Fitnessstudios bieten gerne Messungen des Körperfetts an. Positiv daran: Das Verhältnis zwischen Muskelmasse und Körperfett wird relativ genau ermittelt. Bei Frauen gelten Werte zwischen 21 und 32 Prozent als normal, bei Männern ein Anteil von 8 bis 25 Prozent.

Allerdings bringt nicht jede Körperfettwaage exakte Ergebnisse. Zudem gibt der Wert keine Auskunft darüber, ob das Fett an den Hüften sitzt oder sich verstärkt im Bauchraum befindet.

Broca Index: nur ein grober Richtwert

Nur noch selten wird der Broca-Index als Gradmesser für Übergewicht verwendet. Sein Vorteil ist die einfache Berechnung: Die Körpergröße in Zentimetern minus 100 ergibt das vermeintliche Normalgewicht.

Reelle Resultate ergeben sich allerdings nur bei mittelgroßen Personen. Wer sehr groß oder sehr klein ist, erhält verfälschte Werte. Zudem bleibt – ähnlich wie beim BMI – die Verteilung von Körperfett und Muskelmasse unberücksichtigt.

Fazit

Überholt ist der Body Mass Index noch lange nicht. Wer die Werte richtig interpretiert, kann den BMI weiterhin als Richtwert für überschüssige Pfunde nehmen. Um ein ganzheitliches Bild zu bekommen, ist es aber sinnvoll, zusätzlich die Waist-to-High-Ratio (WtHR) und das Körperfett zu bestimmen, während die anderen Alternativen weniger hilfreich sind.

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